Zwingerhusten

Zwingerhusten ist eine Atemwegserkrankung, welche zu den Faktorenkrankheiten gehört. Eine Faktorenkrankheit nennt man eine Erkrankung, die sich nicht genau nur einer Ursache zuordnen lässt, sondern für deren Auftreten mehrere begünstigende Faktoren erforderlich sind. Das heißt, dass erst durch das Zusammenspiel mehrere Virusarten und Bakterien, aber auch durch äußere Einflüssen wie Staub, trockene Heizungsluft, Temperaturschwankungen, Dämpfe von Reinigungsmitteln, ein schlechter allgemeiner Gesundheitsstatus, ausgelöst durch Mangelernährung, Wurmbefall, Zahnwechsel oder einem ungenügendem Immunstatus, Bewegungsmangel, schlechte Haltung oder sozialer Stress, zu einem Zwingerhusten kommen kann.

Viele Hundebesitzer sind im Irrglauben, wenn sie meinen, dass eine Impfung gegen Zwingerhusten verhindert, dass der Hund auch an Zwingerhusten erkrankt.

Zwingerhusten kann durch eine ganze Reihe von Erregern verursacht werden. Allerdings gibt es nur gegen drei Erreger einen Impfstoff. Die Impfung gegen Parainfluenza, Adenovirus und Bordetella bronchiseptica soll die Symptome und die Dauer der Erkrankung jedoch abschwächen. Aber auch das ist nicht immer der Fall.

Schwere Infektionen mit Fieber, schleimiger Husten, Mattigkeit und Erschöpfung, Appetitlosigkeit oder Beteiligung der Lungen, gibt es allerdings selten. Meist ist das Allgemeinbefinden des Hundes, trotz rauen, teilweise krampfartigen, hartnäckigen und trockenen Hustens gut. Die Symptome verschwinden in der Regel innerhalb von einer bis drei Wochen von selbst. Da meist Viren an der Atemwegserkrankung schuld sind, bringt die Einnahme von Antibiotika nichts, es sei denn, es liegt auch eine Infektion mit Bakterien vor. Antibiotika wirken nur gegen die bakteriellen Erreger, da Viren keinen eigenen Stoffwechsel und auch keine Zellwand besitzen. Bei den meisten viralen Infekten, wie eine Erkältung beschränkt sich die Behandlung auf die Linderung der Symptome.

Durch Tröpfcheninfektionen (Speichel- und Nasensekret, öffentlichen Wassernäpfen, Hundespielzeuge) breitet sich die Erkrankung aus, weswegen sich die „Erkältung“ gerade durch engen Kontakt der Hunde, z.B. in Pensionen, Tierheimen, Welpengruppen und Hundeschulen explosionsartig ausbreitet. Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbrechen einer Infektionskrankheit schwankt je nach Erreger und kann zwischen 2 und 30 Tage betragen. Typische Symptome sind bellender, gequälter Husten, welcher von vielen Hundehaltern für Würgen gehalten wird. Diese treten vorwiegend unter körperlicher Belastung, beim Spielen, bei Aufregung oder auch nachts auf. Es kann der Eindruck entstehen, dass der Hund etwas verschluckt hat oder etwas im Rachen des Hundes steckt. Gelegentlich kann auch ein unstillbares Husten einen Würge- oder Brechreflex auslösen.

Durch Druck auf die Luftröhre, z.B. durch ein Halsband, kann der Hustenreiz verstärkt werden. Deshalb empfiehlt es sich in der Zeit der Erkrankung ein Geschirr zu benutzen. Kontakt zu anderen Hunden sollte gemieden werden, da der Zwingerhusten hoch ansteckend ist. Bei den meisten Hunden ist die Erkrankung nach 7-10 Tagen überstanden.

Bei leichtem bis mittelschweren Verlauf der Atemwegerkrankung können Maßnahmen ergriffen werden, die das Immunsystem gegen den Angriff von Bakterien und Viren unterstützen, aber auch Hustenreizlindernde Mittel sind zu empfehlen. Gut bewährt haben sich Spitzwegerich, Manuka Honig, Fenchelhonig, Thymiankraut und zur Unterstützung des Immunsystems z.B. Echinacea, Propolis, Hagebutte, frische Brunnenkresse. Aber auch eine ausgewogene und frische Ernährung, sowie eventuelle Unterstützung durch Vitalstoffe in der Übergangszeit und viel Bewegung an der frischen Luft kann zur Genesung oder einem milden Krankheitsverlauf beitragen. Ein Schal oder ein Halstuch hält den Hals schön warm. Zusätzlich empfiehlt es sich auch einen Raumluftbefeuchter in der kalten Jahreszeit aufzustellen, damit die Schleimhäute bei trockener Heizungsluft nicht noch mehr gereizt werden.

Auch sollte man seinen Hund nicht überfordern. Bewegungseinschränkungen, wie z.B. Radfahren mit dem Hund und Hundesport sollten eingehalten werden. Und natürlich sollte auch auf eine stressfreie Umgebung geachtet werden, damit das Tier ausreichend zur Ruhe kommt und sich erholen kann. Das Trockenreiben des Fells nach einem regnerischen Tag und ein zugluftgeschützter Liegeplatz, sollten spätestens nach einer Atemwegerkrankung selbstverständlich sein.

Die Infektion mit einem einzelnen Erregertyp muss keinen besorgniserregenden Krankheitsverlauf auslösen. Falls jedoch mehrere virale und bakterielle Erreger zusammenwirken, kann dies zu einer schweren Verlaufsform führen. Der Parainfluenzavirus gepaart mit den Bordetellenbakterien können die Schleimhäute der Luftröhre schädigen und zu einer Lungenentzündung führen. Bei dem Bordetellen handelt es sich um Zoonosen, das heißt, dass diese Bakterien auch auf andere Tierarten oder auch auf den Menschen und in wenigen Fällen auch vom Menschen, auf das Tier übertragen werden können.

Haben sich Hunde mit den Bakterien Bordetellen infiziert, können sie diese bis zu drei Monaten ausscheiden. Der Grund dafür ist, dass die Bordetellen trotz der entwickelnder Immunabwehr über einen längeren Zeitraum in der Schleimhaut verbleiben. Aber auch andere Bakterien wie z.B. Streptokokken, E.Coli, Klebsiellen und Pseudomonas können mit an einer Atemwegserkrankung beteiligt sein.

In hartnäckigen Fällen oder bei Tieren mit schwachem Immunsystem können die Luftwege von Nase über Rachen, Mandeln, Luftröhre bis hinunter zu den Bronchien sich heftig entzünden. Auch eine Entzündung der Augenbindehaut kann hinzutreten. In diesem Fall kommt man um ein Antibiotikum nicht mehr herum.

Bei kompliziertem Verlauf kann zur gezielten Bekämpfung ein Erregernachweis aus dem Bronchial- oder Nasensekret erforderlich sein. So kann dann ein Antibiogramm erstellt werden, falls es sich um eine bestimmte Bakterienart handelt. Aber auch Virale Komponenten können nachgewiesen werden. Denn nicht nur der Adenovirus und Parainfluenzavirus können zu einer Erkrankung der Atemwege führen, sondern auch das Staupevirus, Herpesvirus und der Hepatitis contagiosa.

Ist die Ursache der Atemwegserkrankung unklar oder die Behandlung schlägt nicht an, würde ich ihnen ein respiratorisches Profil empfehlen. Dieses ist speziell für den Hund zusammengestellt und dient dem Nachweis von Staupe, Adenovirus, Herpesvirus, Bordetellen, Parainfluenzavirus und Mykoplasmen. Die kosten betragen hierfür 84 Euro.

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema oder aber auch einer gezielten phytotherapeutischen Empfehlung (z.B. Hustenreizlinderung / Unterstützung des Immunsystems), Ernährungsberatung, Vitalstoffkur oder Hilfe zur Diagnosefindung, mittels eines respiratorischen Profil, sprechen sie mich an oder schreiben mir eine E-Mail.

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