Wurmkur oder Sammelprobe

Vorbeugen ist besser als Nachsicht.

Das denken sich viele Tierhalter. Das erwachsene Hunde vierteljährlich entwurmt werden müssen hält sich hartnäckig in den Köpfen und wird auch regelmäßig heiß diskutiert. Die meisten Tierärzte empfehlen nach wie vor, dass unsere Hunde und Katzen vierteljährlich entwurmt werden sollen. Jagdlich geführte Hunde sogar monatlich.

Vielen ist jedoch nicht klar, dass eine Wurmkur nicht prophylaktisch wirkt. Das heißt es ist möglich, dass der Hund sich direkt nach der chem. Behandlung wieder mit Würmern infiziert. Je nach Gewicht des Hundes kosten diese im Schnitt zwischen ca. 8 – 14 Euro.

Ich empfehle bei erwachsenen Hunden und Katzen vor einer Wurmkur immer erst eine Kotuntersuchung im Labor machen zu lassen, denn nur so kann man auch beurteilen, ob eine Behandlung mit einem chem. Mittel überhaupt nötig ist. Nur das kranke bzw. das von Parasiten befallene Tier sollte behandelt werden und dass möglichst genau mit einem auf den speziellen Parasitenbefall zugeschnittenem Mittel.
Auch eine parasitologische Untersuchung sollte vierteljährlich durchgeführt werden. Hierfür sollten Kotproben von 3 aufeinanderfolgenden Tagen gesammelt werden, denn nicht mit jedem Kotabsatz werden die Parasiteneier auch ausgeschieden. Die Eier der Würmer wachsen über einen Zeitraum von drei bis sechs Wochen (je nach Art des Wurms) im Darm des Tieres heran. Erst nach Abschluss der Präpatenzzeit (der Zeitraum von der Infektion durch einen Parasiten, bis zum Nachweis seiner Vermehrungsprodukte) scheidet der Hund selbst infektiöse Wurmstadien (Eier und Larven) aus, die bei einer Kotprobe sichtbar werden und kann dann Menschen sowie Artgenossen anstecken. Da der Test nicht 100% ig sicher ist, werden gerne chem. Wurmmittel empfohlen.

Aber…

Bei einem Hund der eine chem. Wurmkur verabreicht bekommen hat, werden die Würmer im Darm des Hundes innerhalb von 24 Stunden bekämpft (insofern diese überhaupt vorhanden sind). Somit ist keine Ausscheidung von infektiösen Wurmeiern mehr möglich. Das bedeutet auch, dass sich andere Tiere und Menschen nicht mehr infizieren können. Schnuppert der Vierbeiner aber zwei Tage nach Verabreichung der Wurmkur an Kot, der infektiöse Wurmstadien enthält, steckt er sich wieder an und auch hier dauert es je nach Wurmart 3 bis 6 Wochen, bis bei einem Befall wieder infektiöse Wurmstadien ausgeschieden werden. Betrachtet man die Zeiträume, in denen eine chem. Wurmkur empfohlen wird und den Zeitraum, wann bei einem Befall wieder infektiöse Wurmstadien ausgeschieden werden. Kann man auch hier behaupten, dass die chem. Wurmkur nicht nur nicht vorbeugend wirkt, sondern auch nicht zu 100 % einen Wurmbefall und eine erneute Ansteckung verhindern kann. Bei einem Nichtbefall wird der Hundekörper auch noch unnötig behandelt und belastet.

Zugegeben, eine parasitologische Untersuchung ist etwas teurer. Wenn ihr bei mir eine Sammelprobe abgebt, betragen sich die Kosten bei 22,95 Euro. Die parasitologische Untersuchung bei Hund und Katze umfasst neben Parasiten wie Spulwürmern, Haken-, Peitschenwürmern und Leberegeln auch die Protozoen (also die Einzeller), wie Giardien und Kokzidien. Allerdings erspart ihr euren Hund und Katze damit auch die ganzen Nebenwirkungen.

Von vielen Hunden werden die Wurmkuren nicht gerade gut vertragen. Schädigungen der inneren Organe, wie Niere und Leber können nicht ausgeschlossen werden. Genauso können Nebenwirkungen, wie Hautreaktionen, Juckreiz, Haarausfall, neurologische Erscheinungen (nervöse Symptome, Überempfindlichkeit und Depressionen, Bewegungsstörungen), Erbrechen, Muskelzittern, Atemnot, Husten und Leistungsschwäche auftreten. Aber auch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln wie z.B. Antibiotika und Cortison sind möglich.

Leider ist auch immer mehr zu beobachten, das Ekto- sowie Endoparasiten vermehrt Resistenzen gegen die „gängigen“ Antiparasitika bilden, was zu einem allgemeinen Umdenken anregen sollte.

Würmer sind in der Regel nicht mit dem bloßen Auge erkennbar. Eine parasitologische Untersuchung sollte bei Symptomen wie breiiger Kot, Durchfall, Blut im Kot, Erbrechen, Gewichtsverlust, Wurmbauch, stumpfes Fell, Juckreiz am After, Blutarmut (Anämie) und Husten erfolgen.
Auch Einzeller, wie Kokzidien, Giardien und Trichonomas können zu blutigen Kot oder Erbrechen und Durchfall führen. Es müssen nicht nur Würmer sein.

Sollte es jedoch doch einmal vorkommen, dass ein Wurm mit dem Kot oder Erbrochenen ausgeschieden wird, ist es wichtig diesen einzusammeln und in über 40% igen Alkohol zu legen und ins Labor zu schicken.

Das Fangen und Fressen von Mäusen, das beschnuppern und belecken von Artgenossen, das Fressen von Schnecken, der Befall von Flöhen, das Saufen aus Tümpeln, Seen und Pfützen, fressen von Kot, Übertragung vom Muttertier, usw. kann zu einer Infektion mit Endoparasiten führen.

Das Einsammeln von Kothäufchen, ein intaktes Immunsystem, ein gesunder Darm und eine wurmwidrige und gesunde Fütterung können gegen Parasiten vorbeugen oder auch bei Befall entgegenwirken.

Jeder Tierhalter sollte selbst entscheiden, welcher Weg der bessere für sich und sein Tier ist, diese Entscheidung kann einem keiner Abnehmen. Ich für meinen Teil hab mich entschieden und schicke einfache alle 3 Monate eine Sammelprobe ins Labor um meinen Hund nicht unnötig zu belasten. Zudem sind die Befunde noch nie auf Parasiten oder Einzeller positiv ausgefallen, so dass ich in den ganzen Jahren einer zusätzlichen chem. Belastung vorbeugen konnte.

Wenn ihr euch auch dafür entscheidet, lieber eine Sammelprobe untersuchen zu lassen, sprecht mich einfach an, ich helfe euch gerne dabei.

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