Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung kann bakteriell bedingt sein. Eine Infektion mit harnstoffspaltenden Bakterien (v.a Staphylococcus aureus) können den PH-Wert des Urins ins alkalische ansteigen lassen und die Entstehung von Struvitsteinen fördern.

Häufig können hier auch Fäkalkeime durch eine Schmierinfektion (z.B. durch lecken am After oder „Schlittenfahren“) in die Blase gelangen. Aus diesem Grund kann es bei einer immer wiederkehrenden Blasenentzündung auch Sinn machen, einen Darmfloracheck durchzuführen. Denn nicht selten sind Bakterien wie E. Coli, Enterokokken, Pseudomonas oder Klebsiellen beteiligt. In diesem Fall wäre ein gezielter Darmaufbau dringend anzuraten, damit auch die Ursache der immer wiederkehrenden Blasenentzündung beseitigt werden kann.

Allerdings kann eine Blasenentzündung auch ohne Keimbeteiligung vorliegen. Das ist meistens dann der Fall, wenn Kristalle, Grieß oder eine Steinbildung vorliegt, welche mit ihrer bloßen Anwesenheit die Blasenschleimhaut mechanisch reizen und schädigen können. Kann das Tier keinen Harn mehr absetzten, weil ein Stein die Harnleiter verstopft, kann es zu akuten Nierenversagen führen. Das Tier muss umgehend behandelt werden, es schwebt in Lebensgefahr. Aber auch Allergien können eine Blasenentzündung begünstigen.

Die typischen Symptome einer Blasenentzündung gehen mit häufigen kleinen Mengen Harnabsatz, Inkontinenz, Schmerzen beim Urinabsatz und oder Blut im Urin einher. Die Behandlung einer Blasenentzündung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad. Eine leichte, unkomplizierte Blasenentzündung, kann Phytotherapeutisch, z.B. durch keimwidrige und harnwegsdesinfizierenden Heilpflanzen, wie Kapuzinerkresse, Cranberry oder Bärentraube und einer Durchspülungstherapie mit starken Aquaretika, wie z.B. Birke und Goldrute behandelt werden.

 

Das A und O jeder Blasenproblematik ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Ein Wassermangel führt zur Zunahme der Urinkonzentration und dadurch zur Übersättigung mit Mineralien in der Blase. Durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wird die Harnabsatzfrequenz gefördert, so dass der Harn sich weniger konzentriert und dadurch eine Kristallisation verhindert werden kann. Zusätzlich muss für ausreichend „Gassigehrunden“ gesorgt werden. Denn nur so kann das Tier sich auch entledigen, der Harn nicht zu stark konzentrieren und Harnsedimente können ausgeschieden werden. Die meisten Tiere werden mit Trockenfutter gefüttert, was zu einer verminderten Flüssigkeitszufuhr führt und das wiederum die Steinbildung fördert.

Eine Rationsüberprüfung und Ernährungsumstellung macht im jeden Fall Sinn. In den meisten Futtermittel sind die Mineralien viel zu hoch dosiert. Eine zu hohe Aufnahme an Magnesium, überhöhten Protein- und Phosphor Angebot, kann das Entstehen von Struvitsteinen begünstigen. Genauso kann eine zu hohe Aufnahme von Calcium, Vitamin D, eine glycinreiche Nahrung, Oxalsäurehaltige Lebensmittel, ein zu viel an Vitamin C die Bildung von Kalziumoxalatsteinen fördern. Glycine sind vor allem reichlich im Kollagen des Bindegewebes enthalten. Minderwertige Schlachtabfälle (auch Trockenkauartikel, wie z.B. getrockneter Pansen) sollten gemieden werden. Zu den oxalsäurehaltigen Gemüsesorten zählen Spinat, rote Beete, Rhabarber und Spargel. Aber auch zu wenig Magnesium und Vitamin B6 kann zu einer vermehrten Oxalsäureauscheidung führen. Bei einem Vitamin B6 Mangel ist die Umwandlung von Glyoxylsäure gestört, so dass vermehrt Oxalsäure gebildet und über die Niere ausgeschieden wird.
Kalziumoxalatsteine entstehen meistens bei einem zu sauren PH-Wert. Eine zu lange Einnahme von Medikamente wie z.B. Cortison, welche zur Entkalkung der Knochen führen, kann die Enstehung begünstigen. Aber auch Erkrankungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Niereninsuffizienz, können dazu führen, das vermehrt Calcium in die Blase kommt und Calciumoxalate entstehen können. Im Gegensatz zu Struvitsteinen können sich Calciumoxalatsteine nicht wieder auflösen.

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